HÄUFIG GESTELLTE FRAGEN

Diese Auflistung hat selbstverständlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit! Es handelt sich lediglich um einige allgemeine Fragen, die uns häufig begegnen, und die auch allgemein beantwortet werden können. Bitte beachten Sie, dass das Steuer- und Handelsrecht ständigen Veränderungen unterliegt und die nachstehenden Informationen den Rechtsstand Anfang 2014 widerspiegeln.
Spezielle Fragen können hier selbstverständlich nicht allgemeingültig geklärt werden. Zu deren Beantwortung stehen wir gerne in einem persönlichen Beratungstermin zur Verfügung.

KOSTEN DER STEUERBERATUNG?

Wonach richtet sich das Honorar?

Die Steuerberatervergütungsverordnung (StBVV) regelt die Vergütung für die erbrachten Leistungen eines Steuerberaters. Steuerberater dürfen ihre Leistungen nur aufgrund dieser Regelungen abrechnen, d. h. sie sind nicht frei in ihrer Honorierung. Wichtig zu wissen ist, dass Steuerberater kein Erfolgshonorar z.B. im Sinne eines Anteils an einer Steuererstattung vereinbaren dürfen.

Gibt es die Möglichkeit einer Erstberatung?

Ja, dies sieht die StBVV ausdrücklich vor. Zum Schutz des Mandanten ist dort geregelt, dass für diese Erstberatung keine höhere Gebühr als 180,- € zzgl. USt. berechnet werden darf. Eine Erstberatung liegt verständlicherweise dann nicht mehr vor, wenn es zu Folgeterminen kommt. Ergibt sich aus der Erstberatung eine weitergehende Leistung, so wird die Gebühr für die Erstberatung auf das folgende Honorar angerechnet.

Das heißt, die `Uhr tickt bereits ab der ersten Minute´?

Ein seriöser Steuerberater wird den Unterschied zwischen einem ersten und unverbindlichen Kennenlernen und einer Beratung (er)kennen. Schließlich handelt es sich bei einem Mandat um ein Vertrauensverhältnis und da sollte man anfangs die gegenseitige Gelegenheit nutzen und prüfen, ob die Chemie stimmt.

Ist die Gebührenrechnung von der Steuer absetzbar?

Sämtliche Bestandteile einer Gebührenrechnung, die mit steuerpflichtigen Einnahmen und Ausgaben zu tun haben, sind auch steuerlich absetzbar.
Das dürfte für den weitaus größten Teil einer Steuerberatungsrechnung gelten.

MUSS ICH EINE STEUERERKLÄRUNG ABGEBEN? BIS WANN?

Pflichtveranlagung oder Antragsveranlagung?

Ob man zur Abgabe der Einkommensteuererklärung verpflichtet ist, hängt davon ab, aus welchen Arten von Einkünften das Einkommen besteht und wie hoch das Einkommen ist.
Die Verpflichtung besteht immer, wenn
• Arbeitslohn von mehreren Arbeitgebern bezogen wurde
• bei Ehegatten, die zusammen zur Einkommensteuer veranlagt werden, die Steuerklassenkombination III / V oder Steuerklassenkombination IV / IV mit selbstgewähltem Aufteilungsmaßstab (sog. Faktorverfahren) im Laufe des Jahres angewandt worden ist
• ein Freibetrag beim Lohnsteuerabzug berücksichtigt worden ist und der im Kalenderjahr erzielte Arbeitslohn 10.200 Euro übersteigt bzw. bei zusammen zu veranlagenden Ehegatten der insgesamt erzielte Arbeitslohn 19.400 Euro übersteigt
• der Arbeitgeber die Lohnsteuer für einen sonstigen Bezug (z.B. Abfindungen, Jubiläumszuwendungen) nicht nach den Regeln für den laufenden Arbeitslohn ermittelt hat
• nicht zusammen zu veranlagende Eltern eine andere als die hälftige Aufteilung eines Freibetrages für die auswärtige Ausbildung oder für einen Behinderten-Pauschbetrag, der einem gemeinsamen Kind zusteht, beantragen
• wenn dem Progressionsvorbehalt unterliegende Lohnersatzleistungen (z.B. Arbeitslosengeld, Krankengeld, Elterngeld) über 410 Euro bezogen wurden.

Sind neben dem Arbeitslohn andere Einkünfte vorhanden, dann hängt die Steuererklärungspflicht von der Höhe der anderen Einkünfte ab. Soweit diese Einkünfte den Betrag von 410 Euro im Kalenderjahr nicht übersteigen, besteht keine Pflicht zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung.

Besteht das Einkommen ausschließlich aus anderen Einkünften als Arbeitslohn z.B.
• aus Renten,
• selbständiger (oder freiberuflicher) Tätigkeit oder
• Vermietungseinnahmen,
dann muss eine Einkommensteuererklärung abgegeben werden, wenn der Gesamtbetrag der Einkünfte (vgl. § 2 Einkommensteuergesetz) den sogenannten steuerlichen Grundfreibetrag von 8.004 Euro für 2012 bzw. 8.130 Euro ab 2013 übersteigt. Bei Zusammenveranlagung sind die Beträge zu verdoppeln.

Brauche ich überhaupt einen Steuerberater?

Dies Frage muss natürlich jeder für sich selbst beantworten. Grundsätzlich dürfen Sie sich selbstverständlich selbst um Ihre steuerlichen Belange kümmern.
In einfachen Fällen und bei Einsatz von etwas Zeit reichen oft auch EDV-Programme als Hilfen zur Erstellung der Einkommensteuererklärung aus. Man sollte nur bedenken, dass eine Software keine Lebenssachverhalte versteht und nur so gut sein kann, wie die Eingaben, die der Nutzer tätigt.

Bis wann müssen Steuererklärungen beim Finanzamt eingehen?

Die jährliche Einkommensteuererklärung muss bei Pflichtveranlagungen bis zum 31.Mai. des folgenden Jahres dem Finanzamt – mittlerweile elektronisch – übermittelt werden. Für Steuerpflichtige, deren Erklärung durch Steuerberater angefertigt wird, ist diese Frist allgemein auf den 31. Dezember verlängert.

Die Finanzämter haben die Möglichkeit, Erklärungen mit angemessener Frist für einen Zeitpunkt vor Ablauf der allgemein verlängerten Frist anzufordern.
Für die sogenannten Antragsveranlagungen gilt hingegen, dass die entsprechende Einkommensteuererklärung innerhalb von vier Jahren nach Ablauf des jeweiligen Steuerjahres (= Kalenderjahr) beim Finanzamt eingegangen sein muss (Festsetzungsfrist).

VERTRAUENSSACHE!

Das Mandatsverhältnis ist eine Vertrauensangelegenheit und genießt einen besonderen Schutz. Um möglichst umfassend beraten zu können, unterliegen Steuerberater und deren Mitarbeiter einer Verschwiegenheitspflicht. Sie erstreckt sich auf alles, was dem Steuerberater hinsichtlich der Verhältnisse des Auftraggebers in Ausübung des Berufs oder bei Gelegenheit der Berufstätigkeit anvertraut oder bekannt geworden ist (wie z.B. Einkommens-, Vermögens- und persönliche Verhältnisse des Mandanten) und beinhaltet auch ein Auskunftsverweigerungsrecht vor Verwaltung und Gericht.
Die Verschwiegenheitspflicht erfährt nur dort eine Grenze, wo berechtigte Interessen des Steuerberaters gewahrt werden müssen.

Bei weiteren Fragen

Wir freuen uns, zu Ihrem individuellen Profil passende Lösungen zu erarbeiten und Ihnen mit fundiertem Rat zur Seite zu stehen.